Plattenwerkstoffe

Spanplatten

Die Spanplatte wurde in den 30er-Jahren vom Deutschen Max Himmelheber erfunden, um den Verwertungsgrad von Bäumen, der damals um die 40% betrug, zu steigern und gehört in der heutigen Zeit zu den bekanntesten und wichtigsten Plattenwerkstoffen. Die Herstellung von Spanplatten erfolgt durch Verpressen von Holzspäne verschiedener Größen, mit Kunstharzklebstoff unter Zuführung von Wärme. Die Mittellage besteht aus groben Späne und in den äußeren Schichten werden die Späne immer feiner.
Wir bieten Sie in roh, furniert oder mit Kunststoff beschichtet (KBS-Platten) an.

MDF/HDF

MDF-Platte oder auch mitteldichte Faserplatte (medium density fiberboard) ist ein Holzfaserwerkstoff. Erfunden wurde das Produkt in den USA und fand in Europa erst Ende der 80er Jahre eine größere Verbreitung. Auf Grund ihrer technischen Eigenschaften zählt MDF seither aber weltweit zu den am stärksten wachsenden Holzwerkstoffprodukten.
Die Kanten sind glatt und fest und können ohne besonderen Anleimer profiliert werden, also spricht man über eine dekorative Kante. Das Material ist ideal zum Lackieren, Beschichten, Furnieren, Folieren, Ummanteln und unkomplizierte Herstellung von Wellen, Bögen und Kreise.
Die dekorativen, bunten MDF Platten zeichnen sich durch brillante und einheitlich durchgefärbt Farben aus.

Als hochdichte Faserplatte (auch kurz HDF) bezeichnet man Holzwerkstoffplatten, die aus mit Leim getränkten und unter Druck und Hitze verpressten Holzfasern besteht und besonders hoch verdichtet wurde.

Tipla

Besonderes Sperrholz, das aus Mittellage und zwei quer aufgeleimten Sperrfurnieren (Absperrfurniere) besteht.
Die Tischlerplatte wird als Stabsperrholz (ST) oder als Stäbchensperrholz (STAE) hergestellt (die Mittellage besteht aus schmalen Schälfurnierstreifen).
Für die Mittellage werden leichte und preiswerte Hölzer wie Fichte, Tanne und Kiefer verarbeitet und für die Absperrung werden meistens Schellfurnieren von Holzarten die eine geringe Quell- und Schwindneigung aufweisen. 
Tischlerplatten sind leicht zu bearbeiten, haben eine geringe Formänderung bei Feuchtwechsel, geringes Gewicht im Vergleich zur Spanplatte und eine hohe Biegefestigkeit in Richtung der Mittellage.
Die Tischlerplatte gibt es mittlerweile auch kaschiert (Paintersboard), mit Span- oder HDF Deck und in der „Light“ Ausführung.

HPL/Kompaktplatten

HPL – High Pressure Laminate
HPL ist ein duroplastischer Kunststoff, der durch Verpressen und Verkleben mindestens zweier Lagen gleicher oder verschiedener Materialien entsteht.
Die Platten bestehen vor allem aus Papier, einen nachwachsenden Rohstoff, und unter Wärme aushärtenden Harzen. Der Papieranteil liegt bei ca. 60 %, die übrigen 30 – 40 % bestehen aus ausgehärtetem Phenolharz für den Kern und Melaminharz für die Deckschicht.

Die üblichsten Schichtstoffe sind ca. 0,5 bis 1,2 mm dick und werden zur Weiterbearbeitung meist mit einem Spezialkleber auf ein Trägermaterial (z. B. Spanplatten / HDF / MDF / Multiplex / TIPLA usw.)
HPL Platten mit eine Dicke von 2 bis 20 mm lassen sich auch problemlos herstellen. Solche Platten sind bekannt als Compact- oder Duplo-Platten, mit zunehmender Dicke selbsttragend und finden z. B. im Innenausbau (Lebensmittelbereich, Krankenhäuser, Sanitäranlagen, Duschkabinen, Trennwände, Kegelbahnen etc.) aber auch im Außeneinsatz als Fassaden oder Balkonverkleidung Verwendung.

Sperrholz/Multiplex

Sperrholz-Platten sind Holzplatten, die aus mehreren übereinander verleimten Furnier- oder Brettlagen bestehen. Die Lagen sind jeweils um 90° gedreht aufeinandergeklebt oder können parallel liegen. Dabei laufen die Fasern der sichtbaren Oberflächen auf beiden Seiten parallel. Die Anzahl der Furnierlagen ist daher meist ungerade.

Multiplex-Platten sind Furnier-Sperrholzplatten, die aus mindestens 5 gleich starken Furnierlagen (Mittellagen) aus zumeist Buche, Birke, Fichte oder Ahorn mit Dicken von 0,8 – 2,5 mm bestehen. Die Anzahl der Mittellagen variiert je nach Gesamtdicke (bis zu 80 mm) und gewünschter Optik von 5 bis 35 oder mehr.

OSB

Die Abkürzung OSB steht für „Oriented Strand Board“. Bei der Herstellung der Platten werden Hobelspäne einer bestimmten Größe in 3 Schichten kreuzweise ausgerichtet und mit einem Bindemittel zu einer Platte gepresst.
Im Gegensatz zu Spanplatten besitzen OSB-Platten eine höhere Festigkeit und werden für konstruktive Bauteile sowie Böden im Holzbau verwendet. OSB-Platten werden mit Nut- und Feder oder stumpfen Kanten angeboten.

Brandschutz

Brandschutz gewinnt im Innenausbau immer mehr an Bedeutung.
Holzwerkstoffe können für den Baubereich in den Klassen A (nicht brennbar) und B (brandhemmend) geliefert werden. Viele Holzwerkstoffe sind mit diesen Eigenschaften lieferbar und eignen sich somit für den dekorativen Innen- Fahrzeug- und Schiffsausbau.

Leichtbau

Das Innovationspotenzial von Leichtbaukonstruktionen im Möbelbau kennt keine Grenzen!

Mineralwerkstoff

Das Material ist ein Verbundwerkstoff und besteht aus einem Mineralstoff und einem Bindemittel.
Mineralwerkstoffe ähneln der Oberfläche von Marmor, lassen sich aber trotzdem mit gewöhnlichen Tischlermaschinen und Werkzeugen bearbeiten. Anwendung finden Mineralwerkstoffe bei Küchenarbeitsflächen, Waschtischen, Duschen oder auch Möbelelementen. Mineralwerkstoffe sind als Platte zum selber-verpressen oder auch fertig konfektioniert erhältlich.

Kanten

ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) ist ein hochwertiges synthetisches polymer aus drei unterschiedlichen Komponenten: ist schlagfest, mechanisch und thermisch belastbar und gehört zu den thermoplastischen Kunststoffe mit hervorragenden Anwendungs-, Verarbeitungs- und Entsorgungseigenschaften.
Die ABS Uni-Kanten sind einfarbig und homogen durchgefärbt, die ABS Dekor-Kanten haben eine bedruckte Oberfläche mit UV-gehärtetem Acyrllack versiegelt und sind auch homogen durchgefärbt.

ABS-Kanten können mit allen gängigen Heißschmelzklebern verarbeitet werden bei eine Dauergebrauchstemperatur: max. 85 bis 100 °C.

Weitere:

  • ABS Kanten
  • ABS Dünnkanten
  • Melaminkanten
  • Starkfurnierkanten
  • Furnierkanten